Der Speiseapfel (Malus domestica) entstand durch eine Kreuzung zwischen dem Holzapfel (Malus sylvestris) und dem Zwergapfel (Malus pumila) und gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Die wilden Vorfahren des Apfels stammen aus dem Kaukasus, Turkestan und Kleinasien. In Mitteleuropa beschäftigen sich schon die Kelten und Germanen mit frühen Sorten des keineswegs formenarmen Holzapfels, der als Speise der Götterväter auch Eingang in die nordische Sagenwelt fand. Auf ihren Eroberungszügen brachten die Griechen verschiedene Obstarten von Persien nach Griechenland. Von dort aus gelangten sie in das heutige Italien. Die Römer verehrten nicht nur Pomana, die Göttin des Obstes, sondern erfanden auch das Veredeln und legten damit den Grundstein für den kultivierten Obstbau. Mit ihren Feldzügen brachten sie die ersten Kulturformen auch auf deutschen Boden. Besondere Bedeutung für den Obstbau hatten im frühen Mittelalter die Klöster und Orden. So wie sie die lateinische Sprache der ehemaligen römischen Besatzer weiter pflegten, übernahmen sie das obstbaukundliche Erbe weiter und entwickelten es zu einer neuen Blüte. Viele Namen alter Obstsorten wie "Ordensbirne, Varmeliter Zitronenbirne, Klosterapfel" oder "Paterapfel" geben davon Zeugnis. Während des Mittelalters kamen obrigkeitliche Pflanzgebote auf. Im 18. und 19. Jahrhundert entwickelte sich unter dem Einfluss der Baumschulen der bis heute in Baden-Württemberg landschaftsprägende Streuobstbau. Mitte des 20. Jahrhundert brachte der "Generalplan für die Neuordnung des Obstbaus von Baden-Württemberg" den endgültigen Durchbruch vom Wirtschafts- zum Erwerbsobstbau mit veränderten Pflanzsystemen, Baum- und Wuchsformen und einem marktgerechten Sortiment. Etwa 20 Sorten haben aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften Marktbedeutung erlangt.